MV

Multiple Vorurteile

Mit dem Ziel, Wissen über Multiple Sklerose (MS) gut verständlich zu vermitteln und dabei eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen, entstand diese Kampagne als Diplomarbeit. Sie macht darauf aufmerksam, dass das vermeintliche Wissen über MS überholt ist, um so einen positiveren Umgang mit Betroffenen zu ermöglichen, damit diese nicht nur auf ihre Krankheit reduziert werden. Durch das Halbwissen und die Vorurteile werden Betroffene oft als bemitleidenswerte Behinderte abgestempelt und dadurch diskriminiert.

Als Grundlage der Kampagne „Multiple Vorurteile“ wurden die häufigsten Vorurteile gegenüber MS-Betroffenen aufgegriffen und die neun wichtigsten ausgewählt. Diese Vorurteile ziehen sich durch die gesamte Kampagne. Auf das jeweilige Vorurteil folgt immer das Wort „falsch“. Durch dieses Prinzip entsteht der kurze Moment, in dem die Betrachter ihr Vorurteil als bestätigt sehen, das führt zu einer kognitiven Dissonanz. Dadurch wird der Betrachter aufmerksam und verinnerlicht das neu gewonnene Wissen. Durch diesen Aspekt der Kampagne benötigt der Betrachter außerdem kein weitergehendes Interesse an diesem Thema, bereits durch Lesen des Satzes erhält der Betrachter einen Denkanstoß und kann sich so im Umgang mit MS-Betroffenen anders verhalten. Das Wort „falsch“ ist für den Erfolg der Kampagne dabei unumgänglich, um alle Zweifel an der Richtigkeit des Vorurteils zu nehmen.

Die Kampagne muss eine möglichst breite Zielgruppe zwischen 20–65 Jahren, so wie jede Gesellschaftsschicht ansprechen. Deshalb habe ich mich an Medien orientiert die die Zielgruppe tagtäglich erreichen. Das ist zum einen die BILD und zum anderen die EXPRESS. Die Boulevard-Zeitungen erreichen durch die Tageszeitung, sowie die dazugehörigen Onlineportale nachweislich täglich Leser zwischen 20–60 Jahren sowie gleichermaßen Leser von einer niedrigen bis hin zu einer hohen Bildungsschicht. Deshalb habe ich mich an den Gestaltungselementen der Medien orientiert.

Es werden in der gesamten Kampagne keine Personen abgebildet, da dadurch Mitleid für die Betroffenen und Ängste vor einer eigenen Erkrankung geweckt werden und das die Diskriminierung verstärkt.

Neben Plakaten, Postkarten, T-Shirts und Taschen gibt es unterstützend die kampagneneigene Internetseite www.MultipleVorurteile.de, die weitere Informationen über die Multiple Sklerose und die Vorurteile bietet.

Auf der Internetseite und den Postkarten findet man zudem zu jedem Thema der Kampagnenreihe jeweils ein Foto als Bebilderung, um dem Betrachter einen leichteren Zugang zum Text zu ermöglichen. Der Text kann nämlich erst nach dem Lesen erschlossen werden, ein Bild hingegen wird sofort wahrgenommen. So kann die Bebilderung die Textwirkung verstärken. Die Motive beziehen sich immer auf die Artikel und zeigen ein passendes Objekt zu diesem. Auf den Objekten ist die passende Schlagzeile angebracht. Dadurch entsteht eine Wort-Bild-Verknüpfung, die eine kognitive Resonanz erzeugt und noch einmal verdeutlicht, dass die Vorurteile nicht der Wahrheit entsprechen.